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SAP-Mitgründer Hasso Plattner plädiert in der Entwicklung von Computerprogrammen für mehr Design
Über den Erfolg einer Software entscheidet wesentlich auch ihr Aussehen auf dem Bildschirm. Davon ist SAP-Mitgründer Hasso Plattner (Firmenbild) überzeugt, wie er anlässlich der 20-Jahr-Feier der Weinheimer Softwareberatungsfirma HPC im Heidelberger Palais Prinz Carl sagte. Zum Vorbild nimmt sich Plattner die USA. Dort sei das Design von Computerprogrammen „ ein großes Thema”. Hierzulande entwickelten Software-Architekten zuweilen am Bedarf der Kunden vorbei. Da würden Funktionen hineingepackt, die der Kunde nicht brauche. Auf die Attraktivität und Verständlichkeit der Benutzeroberfläche werde zu wenig Wert gelegt. „Design und Engineering (technische Entwicklung) haben noch nicht richtig zusammengefunden in der Software”, findet Plattner. Den Walldorfer SAP-Konzern schließt Plattner in diese Kritik ein. Die Attraktivität der Software-Oberfläche könnte man verbessern. Außerdem würden manchmal zu viele Informationen angezeigt, mit denen der Nutzer nichts anfangen könne. Am besten gestalte man Benutzeroberflächen so, wie es die meisten Softwarehäuser tun. Das schafft Einheitlichkeit. Wenn in die Entwicklung frühzeitig die Designer eingebunden würden, spare das Kosten, sagte Plattner. Menschlich könne es dann durchaus mal knirschen: Softwareentwickler und Softwaredesigner geraten wegen unterschiedlicher Sichtweisen schon mal aneinander, wie Plattner berichtet. Die Entwickler sollten außerdem vermehrt zu den Kunden rausgehen und sich deren Nutzerverhalten ansehen, um Software auf sie zugeschnitten zu entwickeln, schlägt er vor. Aus Amerika hat er sich die Grundregeln für Design von Software geholt: Es soll Wünsche erfüllen, technisch machbar sein und für künftige Anforderungen erweiterbar sein. Software solle man von außen nach innen entwickeln, also zuerst das Design für den Bildschirm entwerfen und dann die Funktionen dazu entwickeln. Bei SAP würde das aber andersherum gemacht, und auch er habe früher so entwickelt, räumte er ein. Auch bei der Zusammensetzung der Entwicklerteams habe er dazugelernt.
Heute wisse er, dass man sie am besten fakultätsübergreifend zusammensetzt. Da sitzt dann der Biologe neben dem Ingenieur, und keiner von ihnen kann zu sehr in seinen Fachjargon verfallen und unverständlich werden. Design sei nichts, was man für die Ewigkeit entwirft. Der rasante technische Fortschritt erfordere, dass 15 Jahre alte Software auch im Design überarbeitet werden müsse. Plattner hatte einst SAP mitgegründet und bis vor drei Jahren mitgeleitet. Heute ist er deren Aufsichtsratschef und oberster Softwareberater. An der Universität Potsdam finanziert er das HassoPlattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI). Die universitäre Einrichtung kooperiert mit dem ebenfalls von Plattner finanzierten Hasso Plattner Institute of Design an der Stanford University im kalifornischen Palo Alto. (go)
gefunden bei HPC bzw. aus: Rhein-Neckar-Zeitung (18./19.11.2006)
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